Zwei Gerichtsentscheide zu Mobbing

Das Bundesgericht hat 2004 das Urteil des Kantonsgerichtes Waadt bestätigt, wonach ein Arbeitgeber seiner Angestellten wegen Mobbings rund 273 000 Franken zahlen muss.

Die Frau war über 14 Jahre bei einer Gemeindeverwaltung angestellt und erhielt immer gute Zeugnisse. Ein neuer Chef jedoch kommunizierte mit ihr nur per Zettel und auf autoritäre und schikanöse Weise. Er verweigerte der Unterstellten auch ein Gespräch über diese unhaltbare Situation. Sie wurde in der Folge psychisch schwer krank. Schliesslich kündigte ihr der Arbeitgeber wegen angeblich schlechter Leistungen und Konfliktunfähigkeit.

In der Folge wurde die Frau invalid und erhält inzwischen eine Invalidenrente. Das Bundesgericht erachtete das Mobbing und die Missbräuchlichkeit der Kündigung für erwiesen. Die für schweizerische Verhältnisse ungewohnt hohe Summe setzt sich zusammen aus Schadenersatz für entgangene Lohnzahlungen und Sozialversicherungsleistungen sowie Zinsen auf diesen Beträgen, einer Entschädigung wegen missbräuchlicher Kündigung sowie Genugtuungszahlungen.

BGE 4C.343 / 2003


 

2001 entschied das Bundesgericht, dass die gegen eine Krankenschwester ausgesprochene Kündigung rechtsmissbräuchlich sei, und verurteilte die Arbeitgeberin zu 15'000 Franken Entschädigung und 5000 Franken Genugtuung.

Diese Krankenschwester hatte sich schon lange mit einer Kollegin schlecht verstanden und eine Aussprache mit der Oberschwester verlangt, die aber nie stattfand. Stattdessen erhielt die Krankenschwester die Kündigung. Das Urteil zeigt, dass die Arbeitgeberin im Konfliktfall sich nicht willkürlich auf die eine Seite stellen darf – nach dem Motto «Person weg – Problem gelöst» ...

BGE 126 III 395

 

«Gehen wir fischen», sagt der Fischer zum Wurm.