«Bei uns doch nicht!» – Wunschdenken versus Fakten

Das SECO und das Eidg. Büro für Gleichstellung haben 2008 eine gesamtschweizerische Erhebung publiziert. Danach fühlten sich 10% der Frauen im vorangehenden Jahr, 28% der Frauen im Verlauf ihres gesamten Erwerbslebens am Arbeitsplatz sexuell belästigt. Bei den Männern waren es 3% im vorangehenden Jahr, 10% im Verlauf ihres gesamten Erwerbslebens.

 

Im Jahre 2014 wurden die Ergebnisse eines Nationaltfondsprojekts vorgestellt, wonach in der Deutschschweiz 31% der befragten Frauen und und 11% der befragten Männer angaben, sexuell belästigt worden zu sein.

Immer wieder hören wir von BeTrieb von konsternierten Verantwortlichen, die mit unliebsamen Vorfällen konfrontiert sind: «Ich wusste schon, dass es das gibt, aber bei uns – das hätte ich einfach nicht gedacht!» Und weil man es nicht gedacht hat, ist das Management überrumpelt und verunsichert: Wie soll man auf das heikle, oft als peinlich empfundene Ereignis reagieren, was muss man tun?

In der Folge von sexuellen Übergriffen gibt es im betrieblichen Umfeld oft emotionalen Aufruhr, Parteienbildung und jede Menge Gerüchte. Transparente Information ist angesagt, dabei müssen aber Persönlichkeitsschutz ebenso wie Datenschutz und Unschuldsvermutung beachtet werden!

 

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